Priesterweihe


Mit den Worten: "Mit Gottes Hilfe bin ich bereit" ... mich Christus immer mehr anzugleichen, schließen die Weiheversprechen ab. Durch Handauflegung und Gebet des Bischofs wird der Diakon zum Priester geweiht. Damit beginnt der sakramentale Weg, sich wie Christus für Gott und die Menschen einzusetzen und hinzugeben. Die Aufgaben eines Priesters sind sehr vielfältig. In der Pfarrseelsorge, in den Schulen, im Krankenhaus, Altenheim oder Gefängnis, in Forschung und Lehre, in Verwaltung und diözesanen Ämtern oder auch als Missionare sind die Priester der Diözese tätig. Vielfältig sind die Gaben und vielfältig sind auch die Aufgaben.

Priesterweihe

Zunächst werden die Priesteramtskandidaten aufgerufen. Mit den Worten „hier bin ich”, erklären sie ihre Bereitschaft zur Weihe. Nach der Predigt bekunden die Kandidaten gegenüber dem Bischof die Bereitschaft zum Dienst, legen das Gehorsamsversprechen ab und singen gemeinsam die Herabrufung des Heiligen Geistes im „Heilig-Geist-Hymnus”*. Es folgt das Gebet der Heiligenlitanei *, bei dem die Kandidaten lang ausgestreckt mit dem Gesicht zum Boden liegen. Symbolisch wird mit dieser Handlung ausgedrückt, dass der Weihekandidat sich in Gottes Hände begibt.

Die folgenden beiden Rituale machen den Kern der Priesterweihe aus:

Zunächst spendet der Bischof mit der Handauflegung das Weihesakrament. Es folgt das Weihegebet. Daraufhin legen auch alle mitfeiernden Priester den Neugeweihten die Hände auf, um sie in die Gemeinschaft der Priester aufzunehmen.

Im zweiten Teil werden die sogenannten "ausdeutenden Riten" vollzogen: In der Regel zieht ihnen der jeweilige Heimatpfarrer Priestergewand und Stola an, der Bischof salbt ihnen die Hände mit Chrisam, die Gefäße wie Hostienschale und Kelch werden überreicht.

Nach dem Weiheritus zelebrieren die Neupriester gemeinsam mit dem Bischof die Messe.

Da die Priesterweihe nach katholischem Glauben ein Sakrament ist, also ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit Gott, kann sie vom Menschen nicht rückgängig gemacht werden. Einige Tage nach der Priesterweihe feiert der Neugeweihte seine erste Eucharistiefeier in seiner Heimatgemeinde, die sogenannte Primiz.

Bevor man jedoch von einem Bischof (nur ein solcher darf weihen) geweiht wird, muss in einer mehrjährigen Ausbildung geprüft werden, ob ein Kandidat auch fähig ist, das entsprechende Amt zu übernehmen.

Für Priester ist normalerweise das Studium der Theologie Voraussetzung. Vor dem Studium wird in der Regel ein Jahr im sogenannten Propädeutikum verbracht, um in Gemeinschaft mit anderen Interessenten die eigene Berufung zu klären.

Neben dem folgenden Studium wird in der Begleitung auch noch Wert auf die menschliche Reife allgemein, auf pastorale Geschicklichkeit und die persönliche Spiritualität gelegt. Hauptverantwortlich für die Begleitung der angehenden Priester ist der Regens des Priesterseminares.

Voraussetzungen für die Priesterausbildung

Grundsätzlich kann jeder zum Priester geweiht werden, der männlich, katholisch und unverheiratet ist. Wenn er von Gott dazu berufen ist. Ob jemand berufen ist, entscheidet jedoch nicht der Einzelne selbst.

Drei Aspekte entscheiden zusammen darüber, ob jemand tatsächlich berufen ist: die Neigung, die Eignung, und die Annahme durch die Kirche.

Die Neigung

Gott wird Sie niemals zu etwas berufen, das Sie nicht auch aus Ihnen selbst heraus wollen würden.

Deshalb ist die Neigung, d.h. dein Wille, als Priester leben zu wollen, der erste Aspekt einer Berufung. Sie Zeit im Priesterseminar bietet die Möglichkeit, diese Neigung zum Priestertum tiefer zu erkunden und die eigene Eignung zum priesterlichen Dienst zu prüfen.

Dabei ist es wichtig, dass jeder Kandidat von Anfang an die Bereitschaft mitbringt, sich auf dem Weg zum Priestertum formen lassen zu wollen, um so in die Lebensform des Priesters bestmöglich hineinzuwachsen. Hierzu gehört im Wesentlichen, bereit zu sein, mit Hilfe der Priester im Priesterseminar, der Professoren an der Universität oder Hochschule und den Mitstudenten menschlich zu reifen, geistlich zu leben, theologisch zu arbeiten und sich so für den pastoralen Dienst ausbilden zu lassen. Da das Priestertum ein Dienstamt ist, gehört dazu vor allem die grundlegende Bereitschaft, Gott und den Menschen in Demut und Gehorsam dienen zu wollen.

Diese Bereitschaft ist die Voraussetzung, um sich auf den Weg zum Priestertum zu machen.

Die Eignung

Gott wird nur jemand zum Priestertum berufen, der auch fähig ist, dieses auch fruchtbar auszuüben.

Die Kirche schaut deshalb darauf, dass jeder Kandidat eine hinreichende Gesundheit und eine entsprechende menschliche Reife besitzt, dass er eine gläubige Sicht auf sein Leben hat, mit Liebe am Gottesdienst der Kirche teilnimmt, ein betender und damit geistlicher Mensch ist und den festen Entschluss hat, Jesus auch in einem zölibatären Leben nachzufolgen.

Außerdem wird darauf geschaut, dass er mit der Kirche, dem Papst, dem Bischof, den Priestern und Diakonen und dem ganzen Volk Gottes verbunden leben will, und dass er eine Liebe und Solidarität zu den Armen, Benachteiligten und Zurückgesetzten hat. Ebenfalls ist es wichtig, dass man bei ihm erkennt, dass er die Fähigkeit entwickelt, den Glauben missionarisch zu verkünden und zu bezeugen, eine geistliche Ausstrahlung zu haben und fähig ist, mit den verschiedenen anderen haupt- und ehrenamtlich engagierten Christen in der Kirche zusammenzuarbeiten.

In besonderer Weise bedarf es der Bereitschaft, Gott zu verherrlichen und den Menschen um ihres Heiles willen helfen zu wollen, wie dem festen Entschluss, unwiderruflich das Priestertum nach dem Willen der Kirche auf sich nehmen zu wollen.

Die Annahme durch die Kirche

Die Kirche ist Zeichen und Werkzeug der Liebe Gottes unter den Menschen. Auch im Hinblick auf Ihre Berufung.

Die Annahme durch die Kirche geschieht konkret durch den Bischof, der dazu die in der Priesterausbildung Verantwortlichen um ihre Einschätzung des Kandidaten in seiner Entwicklung als Mensch, Christ und Priesterkandidat bittet.

Wichtig für die Annahme durch die Kirche und die spätere Aufnahme in das Priesterseminar in Linz ist nicht das Vorhandensein bestimmter Eigenschaften, sondern dass der Kandidat menschliche Qualität, christliche Grundhaltungen, pastoralen und spezifisch priesterliche Fähigkeiten in einem lebendigen Zueinander entwickeln will.

Indem die Kirche Sie annimmt, dürfen Sie sich nun sicher sein, dass Sie sich in Ihrem Wunsch nicht getäuscht haben. Gott ruft Sie wirklich.



Gebet um Priesterberufung

A: Komm, Heiliger Geist, und wecke
in unserer Kirche Berufungen für den priesterlichen Dienst !
Ermutige junge Männer, auf deinen Ruf zu hören und
ihr Leben in den Dienst Christi und seiner Kirche zu stellen.
Zeige ihnen, dass der Weg mit Christus
ein Weg in die Fülle des Lebens ist.
Schenke ihnen gute Begleiter und Freude darüber,
Jesus Christus nachzufolgen und
ihn mit ihrem Leben zu bezeugen.
Amen.

Rufe Menschen in deine Nachfolge

V: Herr Jesus Christus, unser Erlöser und Heiland! Du
bist der gute Hirt. Du sammelst die Zerstreuten, du
stärkst die Schwachen, du gehst den Verlorenen nach
und trägst sie heim auf deinen Schultern.

A: Um uns ist Tod, du bist das Leben; / um uns ist Finsternis,
du bist das Licht; / wir sind verirrt, du bist der Weg; /
wir sind entzweit, du bist der Friede./ Durch deine Armut
sind wir reich geworden. / Dein Tod hat unseren Tod besiegt.
/ Deine Auferstehung hat uns Zukunft und Hoffnung
geschenkt. / Dank sei Gott, / der uns aus der Finsternis in
sein wunderbares Licht gerufen hat.

V: Wir bitten dich, Herr, sende uns die Gabe deiner
Liebe, den Heiligen Geist. Er führt uns ein in die
Wahrheit, er schenkt uns deine lebendige Nähe, er vertreibt
die Furcht und gibt Mut zum Zeugnis für dich.
Erneuere und bestärke die Gemeinden und Familien,
mache sie standhaft im Glauben, froh in der
Hoffnung, und eins in der Liebe. -
Christus höre uns.

A: Christus erhöre uns

V: Gib jungen Menschen den Geist der Hochherzigkeit,
daß sie deinen Ruf hören: Komm folge mir nach -
Blicke auf die Not deiner Kirche und nimm an unsere
Bitte. Erwecke ihr Hirten nach deinem Herzen,
Priester, die deine Liebe bezeugen, dein Wort verkünden
und deine heiligen Geheimnisse treu verwalten

A: Öffne junge Christen für ein Leben aus der Freiheit
des Evangeliums. Mache sie fähig, in deiner Nachfolge
arm, ehelos und gehorsam zu leben, als Zeichen
für die Nähe deines Reiches -

V: Brich auf jegliche Enge und Stumpfheit des Herzens.
Ermuntere und stärke alle, die andern helfen in den
Nöten des Leibes und der Seele und ihnen nach deinem
Beispiel dienen.

A: Herr Jesus Christus, König der Herrlichkeit und
Haupt deiner Kirche. Alles, um was du den Vater
bittest, wird er dir geben. Auf dich setzen wir unsere
ganze Hoffnung, denn du bist derselbe gestern, heute
und morgen. Du bist bei uns alle Tage bis zum Ende
der Welt.

V: Durch dich preisen wir den Vater in der Gemeinschaft
des Heiligen Geistes / von Ewigkeit zu Ewigkeit.

A: AMEN.