Hans Leo Haßler vertont, was Maria dem Erzengel antwortet

Zu Christi Himmelfahrt am 26. Mai hören wir im Festgottesdienst in der Basilika Hans Leo Haßlers Messe „Missa super Dixit Maria“, die auf der vierstimmigen Motette „Dixit Maria ad angelum“ basiert.

Wer war dieser Hans Leo Haßler? Haßler ist 1564 in Nürnberg geboren und 1612 in Frankfurt gestorben, er ist Komponist, Organist und Uhrmacher. Manch Komponist spezialisiert sich auf eine bestimmte Gattung und bringt es darin zur Meisterschaft. Haßler dagegen ist ein Tausendsassa und schreibt geistlich und weltlich, simpel und kompliziert, ja sogar katholisch und evangelisch. Er ist bei der Familie Fugger in Augsburg als Musiker angestellt und wird von seinen Gönnern zu einem „Sabbathical“ nach Venedig zu Andrea Gabrieli geschickt. Haßler ist gebildet und weltläufig, er spricht mehrere Sprachen fließend, und ist ein vielseitiger Komponist, er bewegt sich zwischen der Polyphonie der Renaissance und der frühbarocken venezianischen Klangpracht. Haßler baut – dem Interesse seiner Zeit entsprechend – auch mechanische Musikinstrumente, für die die Kunsthandwerker in Augsburg schon immer richtungsweisend waren.

Haßler ist von größter Wirkung auf die Nachwelt. Sein Liebeslied “Mein Gmüth ist mir verwirret, das macht ein Jungfrau zart” wird von Johann Sebastian Bach überarbeitet und wird mit dem neuen Text “O Haupt voll Blut und Wunden” von Paul Gerhardt zu einem der berühmtesten Choräle.

Zu Christi Himmelfahrt dirigiert Norbert Brandauer den CorOsAnima, an der Orgel Gottfried Holzer-Graf.

Marie-Christin Forestier