VON HANNA, SIMEON UND BLASIUS

Anfang Februar feiern wir in der Basilika besondere Liturgien mit Kerzen, Prozessionen und Segnungen:

Am 2. Februar begehen wir das Fest “Darstellung des Herrn”, das vielerorts auch „Mariä Lichtmess” genannt wird.

Es ist typisch für den Evangelisten Lukas, wie er im Rahmen der Kindheitsgeschichte von Jesus beschreibt, dass Maria und Josef mit ihrem Baby in den Tempel kommen. Dort merken zwei Menschen sofort, dass es sich um kein gewöhnliches Kind handelt: Simeon und Hanna bekennen laut im Gotteshaus, dass Jesus der Erlöser ist.

„Mariä Lichtmess” beendete früher Weihnachten. Heute wird das Fest eher mit Blick auf Jesus gedeutet, was ganz klar aus den Texten des Messbuchs hervorgeht. In der Ostkirche verstand man das Ereignis schon immer als Fest der Begegnung des Herrn, an dem der Messias in seinen Tempel kommt und symbolisch in Simeon und Hanna dem Gottesvolk des Alten Bundes begegnet. Aus dem Bekenntnis Simeons wurde später der Lobgesang des Nachtgebets der Kirche, wie wir es in der Komplet singen: „Nun lässt Du Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen: Ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel!”

Bereits im vierten Jahrhundert feierte die Kirche von Jerusalem dieses Fest. Seit dem 7. Jahrhundert gibt es die Lichterprozession, die in unserer Pfarre im alten Kreuzgang des Klosters Mondsee gehalten wird. Zunächst werden alle Kerzen geweiht, die in der Kirche für das Jahr benötigt werden. Mit den Kerzen in den Händen betritt die Prozession die Basilika, wo nach dem Eingangslied sofort das Gloria angestimmt wird.

Auch in der Wirtschaft hatte “Lichtmess” seine Bedeutung: Die Handwerker arbeiteten nicht mehr nur bei Kunstlicht, die Meister gaben Gesellen und Lehrlingen am Nachmittag frei. In der Landwirtschaft endete an diesem Tag das Wirtschaftsjahr, Mägde und Knechte konnten den Arbeitgeber wechseln.

Gekreuzte Kerzen

Ab dem Abend des 2. Februar kann der “Blasius – Segen” gespendet werden. In der Form des Andreas – Kreuzes erbitten wir Schutz vor Halskrankheiten, aber auch vor „unpassenden Worten”.

Blasius, einer der 14 Nothelfer, Bischof von Sebaste (Armenien), starb im Jahr 316 unter Kaiser Licinius den Märtyrertod. Sein Fest wird am 3. Februar gefeiert. Er gilt als Patron der Blasmusiker, der Ärzte, aber auch der Tiere. Bekannt ist das große Blasius – Fest des Stadtheiligen in der südkroatischen Tourismus -Hochburg Dubrovnik.

Richard Schano