Mord in Oberwang noch immer nicht aufgeklärt!

Zum Tod des Seligen Abtes Konrad von Mondsee am 15. Jänner 1145

Als “junge Basilika” hat sich St. Michael in Mondsee besonders in den ersten Jahren seit der Erhebung, getreu den Statuten, durch die Herausgabe wissenschaftlicher Arbeiten ausgezeichnet. In dieser Reihe erschien 2015 das achtzig Seiten starke, hervorragend bebilderte Werk “RELIQUIEN – DAS LEBEN IN DEN TOD HINEIN” von Dr. Leopoldine Swoboda und Rektor MMag. Dr. Ernst Wageneder.

Neben den Reliquien des Hl. Wolfgang und des geistlichen Klostergründers Pirmin ist Abt Konrad, dessen Todestag am 15. Jänner mit der “Konradmesse” in der Basilika begangen wird, die dritte historische Persönlichkeit, bestens bekannt durch ihre tatsächliche Gegenwart im Reliquienschrein am Hochaltar unserer Basilika.

“Revindikation”, also Rückholung von Gütern, die sich andere im Laufe der Zeit angeeignet hatten, lautet das Stichwort, das unseren Abt Konrad das Leben kosten sollte. Noch immer ist ungeklärt, wer ihm 1145 in der Oberwang auflauerte und ihn tötete.

Die Mordwaffen, Lang- und Kurzschwert, weisen klar darauf hin, dass die Feinde Konrads nicht unter den Bauern Oberwangs, sondern eher in Regensburg zu suchen sind. Konrad hatte schon 1142 beim Papst die Herausnahme Mondsees aus der Unterstellung unter andere Herrschaften erlangt und das Recht auf freie Abtwahl erhalten, womit das Bistum Regensburg sein Eigenkloster Mondsee quasi “verlor”.

Abt Konrad, an dessen Grab immer wieder Wunder geschahen, galt von Anfang an als Märtyrer und Seliger. Am 27. Februar 1682 wurden die Gebeine Konrads feierlich auf den Wolfgang-Altar überführt. Am 19. April 1732 kam die Konrad-Reliquie, sitzend in einem Glasschrein geborgen, aus Passau in Mondsee an. Am Sonntag nach Ostern feierte Abt Bernhard Lidl das Pontifikalamt mit Einsetzung im vergoldeten Schrein am Hochaltar.

Auch im neuen Gemeinde-Gesangsbuch “Gotteslob” wird in der Litanei von den Heiligen und Seligen Österreichs (Nummer 974) Konrad von Mondsee als Erneuerer seines Klosters gewürdigt.

Richard Schano