Komm herab, o Heiliger Geist!

Pfingsten ist im Kirchenjahr ein besonderes Fest: Wir feiern, dass der Heilige Geist die Jüngerinnen und Jünger Jesu erfüllt und sie befähigt, Jesu Mission der Liebe und des Friedens auf Erden zu verkünden und fortzuführen. Nicht in einer fernen Zeit in einem fernen Land ist das einmalig geschehen – sondern jeden Tag neu und besonders zu Pfingsten können alle Gläubigen die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und spüren.

Vorbereitung: die Pfingstnovene beten

Im Wort ‚Novene‘ steckt das lateinische Wort ‚novem‘ für neun drinnen, das deutet schon an, dass es sich um eine neuntägige Gebetsreihe handelt. In der Apostelgeschichte lesen wir, wie sich die Muttergottes und die Apostel nach der Himmelfahrt Jesu einmütig im Obergemach zum Gebet versammelt haben. Sie haben von Gott erwartet, dass er sie mit Kraft ausrüstet, und nach neun Tagen ist das zu Pfingsten tatsächlich geschehen.

Seit dem 2. Vatikanischen Konzil ist diese vorbereitende Pfingstnovene Teil der offiziellen Liturgie der Kirche. In Mondsee beten wir sie gemeinsam täglich von Freitag, 14. Mai 2021 bis Freitag, 21. Mai 2021 um 18.00 Uhr in der Basilika. Aber es gibt auch die Möglichkeit, sich online mit anderen im Gebet zu verbinden! Unter dem Motto “Österreich betet gemeinsam” begann am 13. Mai eine ökumenische Gebetszeit. Die Website www.österreichbetetgemeinsam.at bietet täglich Impulse.

Die Pfingstliturgie

Das Pfingstfest selbst möchten wir in Mondsee natürlich feierlich gestalten! In der Vorabendmesse am Samstag, 22. Mai 2021 um 19.00 Uhr erwartet Sie moderne christliche Musik mit einem Ensemble unter der Leitung von PA Dagmar Pfannhofer. Der Festgottesdienst am Pfingstsonntag um 10.00 Uhr wird dann von Kapellmeister Norbert Brandauer mit Chor und Instrumentalisten gestaltet.

Liturgischer Dichter – Star in der Pfingstmesse

Doch es gibt noch einen ganz anderen “Star” in der Pfingstmesse: Stephen Langton, geboren 1150, war ein englischer Kardinal-Priester in Rom, als er 1207 zum Erzbischof von Canterbury gewählt wurde. Seinem König hielt er vor, Gott habe die Welt nicht für Könige geschaffen, die sich als pure Egoisten nicht an die Gesetze hielten. Seine Intiativen führten 1215 zur Anerkennung der Freiheitsurkunde “Magna Carta”, die zum Stolz aller Engländer bis heute die Beziehung zwischen “König” und “Volk” regelt. Als gefeierter Poet dichtete Langton im Jahr 1200 den Text der Pfingstsequenz, die am Pfingstsonntag nach der zweiten Lesung gesungen wird: “Komm herab, o Heilger Geist, der die finstre Nacht zerreißt”. Nur viermal im Jahr findet man im römischen Messbuch eine Sequenz. Jene von Stephen Langton, dem mutigen Erzbischof von Canterbury, ist wohl die berühmteste. (Richard Schano)

Dagmar Pfannhofer