Woher kommen Sie, Herr Pärt?

Gedanken zur Musik am Palmsonntag und zu Ostern

Wer am Palmsonntag in der ligurischen Abend-Meditation war, konnte etwas ganz Besonderes erleben: Texte unseres Pfarrers Ernst und dazu u.a. das so berührende „Stabat Mater“ von Arvo Pärt.

Arvo Pärt, 1935 in Paide, Estland, geboren, ist ein Komponist, der als Vertreter der Neuen Einfachheit als einer der bedeutendsten lebenden Komponisten Neuer Musik gilt. Seine Musik erregte den Unwillen der sowjetischen Kulturfunktionäre wegen der als nicht systemkonform angesehenen modernen Komponierweise und wegen ihres religiösen Inhalts. Im Jahr 1980 emigrierte Arvo Pärt auf Druck der sowjetischen Regierung mit seiner Familie nach Wien, wo er die österreichische Staatsbürgerschaft erhielt.

Arvo Pärt schrieb sein Stabat Mater im Auftrag der Alban Berg-Stiftung und des damaligen Vorsitzenden Gottfried von Einem. Arvo Pärt bat darum, eine Vokalkomposition für drei Vokalisten und Streichtrio schreiben zu dürfen. Diese wurde am 30. Oktober 1985 in Wien uraufgeführt.

Gratulation der Kantorei, dem Consortium Lunaelacense, den Solisten, dem künstlerischen Leiter Gottfried Holzer-Graf und Christiane Keckeis, die liebevoll das Video geschnitten hat!

Hier zum Hören und Schauen: https://youtu.be/er9fOSV3v2I

1998 hat die Kantorei St. Michael die in Mondsee gefundenen Responsorien von Stefano Bernardi (Domkapellmeister in Salzburg), für die Karwoche 1634 komponiert, wieder zum Klingen gebracht. Seither sind sie jedes Jahr am Karsamstag zu hören. Diese gut einstudierte Trauermette war ein würdiger Abschluss der Karwoche, bevor das Halleluja der Ostermessen erklang.

Dabei konnten uns unser Kapellmeister Norbert Brandauer und sein Ensemble beeindrucken. Mozarts Ave Verum klingt gleich wieder in meinen Ohren. Man spürt, hört und fühlt, wie viel Arbeit dahintersteckt. Danke dir, Norbert, und deinen Musikern!

Gerne denke ich auch an den Ostermontag, an dem der St. Lorenzer Viergesang liebevoll den Gottesdienst gestaltete.

Und es sei auch einmal erwähnt, dass der Blumenschmuck in der Basilika – wie auch schon zu Weihnachten – speziell schön und ansprechend arrangiert ist. Dank den Helferinnen und Helfern „hinter den Kulissen“!

Der Sankt Lorenzer ViergesangFreuen wir uns auf die Vorabendmesse diesen Samstag (17. 4.), bei der Norbert Brandauer mit Jungstudenten des Pre-Colleges der Universität Mozarteum die musikalische Gestaltung übernimmt. Neben J.S. Bach und Mozart gibt es den „Monolog für Flöte Solo“ des 30 Jahre jungen, bereits international renommierten Salzburger Komponisten Jakob Gruchmann zu hören.

Und wer es einmal „unklassisch“ will, sollte am Sonntag in die Familienmesse gehen, die unsere Pastoralassistentin Dagmar Pfannhofer gestaltet (weitere Infos hier: Familienmesse: Wir werden wieder kreativ!).

Voll der Bewunderung bin ich dafür, was man – unter Berücksichtigung aller Vorschriften und Regeln – in Corona-Zeiten auf die Beine stellen kann!

Marie-Christin de Forestier