Liebe Mondseerinnen und Mondseer!
Liebe Pfarrgemeinde von Mondsee!

Mit diesen Zeilen möchte ich mich euch als künftigen Pfarrer (Pfarrprovisor) vorstellen und gleichzeitig meine große Vorfreude auf das künftige Leben bei euch und mit euch ab September 2021 zum Ausdruck bringen!

Für mich glückliche Umstände haben dazu geführt, dass mich Propst Holzinger vom Stift St. Florian mit Einverständnis aller Pfarr-Verantwortlichen sowie der Diözese Linz erlaubt haben, beim Bewerbungsgespräch in Mondsee dabei zu sein. Nachdem sich alle für mich aussprachen und auch von meiner Ordensleitung das „Ja“ gekommen ist, mit dem ich ehrlich nicht gerechnet habe, freue ich mich jetzt umso mehr, zu euch als neuer Pfarrer kommen zu dürfen.

Es ist für mich eine große Freude und Ehre und zugleich auch eine sehr verantwortungsvolle Herausforderung. Für das mir bereits geschenkte Vorschuss-Vertrauen, alle Ermutigungen und Freundlichkeiten danke ich sehr. Mit Gottvertrauen, all meinen Kräften und Fähigkeiten will ich, wie auch bis jetzt in St. Martin im Mühlkreis und Lacken, bei euch alles geben! Dabei ist mir voll bewusst, wie groß, besonders und einzigartig Mondsee ist. Ich komme auch mit Begrenztheiten und Schwächen. In Mondsee wird für mich zunächst alles neu sein. Viel Gutes habe ich bereits über euch gehört. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit allen Haupt- und vielen Ehrenamtlichen. Wenn ich mich selber beschreiben darf, bin ich schon immer ein Mensch gewesen, der die Leute mag und auf sie zugeht, vorurteilsfrei. Der Mensch und wie es ihm geht, ist mir wichtig. Nicht, ob er in ein „religiöses, katholische Schema“ passt. Ich möchte allen Menschen offen gegenüber stehen und als Pfarrer, soweit mir das möglich ist, für sie da sein.

In einer auch für die Kirche nicht einfachen Zeit wird es für uns gemeinsam umso wichtiger sein, ein frohes und glaubwürdiges Christsein zu leben, damit wir einladend sind. So komme ich nicht als „Chef oder Besserwisser“, sondern als Lernender, der wertschätzen will, was bei euch gut geht. Im Miteinander bin ich überzeugt, meinen Platz in Mondsee zu finden, um einzubringen, was ich zu geben vermag. Ich bitte euch ums Gebet für die Anliegen der Pfarre Mondsee und auch für mich.

Schon als Bub habe ich in meinem Heimatort Marchtrenk mit meinen beiden Schwestern Pfarrer gespielt und war bis zum Kloster-Eintritt Ministrant und später auch Ministranten-Leiter. Nach der Pflichtschulzeit habe ich eine Lehre zum Elektrokaufmann absolviert und bin mit 18 Jahren als Benediktiner-Novize in das Stift Kremsmünster eingetreten. Während der Zugehörigkeit bis 1985 habe ich in Linz an der Rel.Päd. Akademie die Ausbildung zum Religionslehrer absolviert und im Laufe meines Lebens genau 30 Jahre lang an verschiedenen Schulen unterrichtet (z.B. in der Krankenpflegeschule der Barmherzigen Schwestern in Linz) – die meisten Jahre die 2. Klassen Volksschule, um die Kinder auf die Erstkommunion vorzubereiten und für das Ministrieren danach in der Pfarre zu begeistern. Ich stamme aus einer musikalischen Familie. Meine Eltern haben gerne miteinander gesungen und uns Kindern alle ein Instrument erlernen lassen. Mit meinem Akkordeon, welches die Kinder liebevoll „Lisa“ nennen, konnte ich so viel Freude einbringen.

In Braunau am Inn war ich 1985 – 1986 Hauptschullehrer, trat 1986 ins Priesterseminar Linz ein und begann dort an der heutigen KTU (Katholische Privat-Universität Linz) mit dem Theologie-Studium. Zugleich legte ich im Zeitraum von 2 Jahren die erforderliche Studien-Berechtigungsprüfung (Maturaersatz) in Salzburg ab. Nach meinem Pfarr-Praktikum in Linz-Kleinmünchen bin ich 1989 in das Stift St. Florian eingetreten und beendete im Herbst 1991 mein Studium. Mein Diakonats-Jahr verbrachte ich in der Pfarre Ansfelden. Am 26.09.1992 wurde ich von Bischof Maximilian Aichern im Stift St. Florian zum Priester geweiht. Es folgten von 1992 bis 2002 zehn Kaplansjahre in Linz-Kleinmünchen. Nach dem Tod des Ebelsberger Pfarrers wurde ich von 2002 bis 2006 Pfarrer von Ebelsberg. Da der damalige Pfarrer von St. Martin im Mühlkreis als Novizenmeister in das Stift St. Florian zurückkehrte, wurde ich im September 2006 zum Pfarrer von St. Martin im Mühlkreis und Lacken bestellt. Im Sommer werden es also genau 15 Jahre.

Neben der Seelsorge und dem Dasein für die Menschen habe ich in meinen Pfarren viele Bautätigkeiten angeregt und mitbegleitet, z.B. Kirchen-renovierungen, 3 neue Pfarrheime, Aufbahrungshalle, Kindergarten-Erneuerung und vieles mehr. Es war nie langweilig! Die Freude am Mensch, Christ- und Priester-Sein, hat neben auch leidvollen Erfahrungen immer überwogen.

Ich freue mich auf das Leben in Mondsee von ganzem Herzen. Bitte nehmt mich auf und an und helft mir, damit ich bei euch bald ganz daheim bin!

In großer Vorfreude, euer künftiger Pfarrer
Reinhard Bell