Eine musikalisch außergewöhnliche lateinische Messe

Wer sind Sie, Signore Frescobaldi?

Ein strahlend sonniger Samstagvormittag, unsere Einkäufe am Markt haben wir erledigt, wir haben uns für den Gottesdienst um 9 Uhr angemeldet. Ernst kommt gut gelaunt in die Kirche, Gottfried übt noch ein bisschen, Richard nimmt seinen Kantoren-Platz ein. Einmal im Monat gibt es an einem Samstagvormittag in der Basilika einen Gottesdienst in lateinischer Sprache. Normalerweise wird er musikalisch von den Sängern der „Schola“ gestaltet, das ist aber in Corona-Zeiten untersagt, und so ist man erfinderisch geworden. Auf meine Frage an Gottfried, was er uns heute zu Gehör bringen wird, weist er auf den Hochaltar und das Entstehungsdatum MDCXXVI und sagt“: Dazu muss ich Frescobaldi spielen“!

Und wer war jetzt Signore Frescobaldi?

Girolamo Frescobaldi, geboren Anfang September 1583 in Ferrara, war der berühmteste Organist und Cembalovirtuose in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Nach kurzer Station (1607/08) in Brüssel, einem wichtigen Zentrum der Musik für Tasteninstrumente in der nordeuropäischen Tradition, nahm er das Organistenamt zu St. Peter in Rom an und blieb dort bis zu seinem Tod im März 1643 – abgesehen von einer sechsjährigen Unterbrechung (1628-34) als Hoforganist in Florenz. Frescobaldi war ein vielseitig tätiger Musiker. Sein Gesamtwerk umfasst über 130 Werke für Tasteninstrumente, darunter Toccaten, Capriccen, Fantasien, Variationen und Tänze, die in 12 Sammlungen verschiedener Musikstücke für Orgel und Cembalo, den sogenannten „Fiori musicali“, 1635 im Druck erschienen.

Dank an alle Beteiligten! Gottfried, du hast uns gesagt, dass du dafür viel geübt hast – das hat sich wirklich gelohnt!

Marie-Christin de Forestier