Veni Sancte Spiritus

Beeindruckende Kirchenmusik zu den Hochfesten Christi Himmelfahrt und Pfingsten

Der neue Kapellmeister der Basilika, Norbert Brandauer, bringt uns trotz Corona-Krise die Kirchenmusik zurück. So konnte er die Liturgie in der Basilika bereits während der Ausgangsbeschränkungen durch die Übernahme des Kantoren-Dienstes bei Livestream-Gottesdiensten (Palmsonntag) oder während der Karwochen- und Ostergottesdienste kennenlernen. Die musikalischen und gestalterischen Möglichkeiten im herrlichen Kirchenraum mit Unterstützung der vorhandenen Orgeln auf der Empore und vor den Altarstufen haben ihn überzeugt.

Durch die schrittweise Wiederaufnahme des öffentlichen kirchlichen Lebens konnte auch Kapellmeister Brandauer mit Vokal- und Instrumentalsolisten bzw. dem Kirchenchor die Gestaltung der Festgottesdienste im Mai vorbereiten. (Es wurden und werden natürlich sowohl bei den Proben als auch bei den Aufführungen die spezifischen Vorgaben für die Kirchenmusik eingehalten.)

Zu den Hochfesten Christi Himmelfahrt und Pfingsten leitete er erstmals während der Festgottesdienste um 10.00 Uhr die Kirchenmusik in guter Zusammenarbeit mit Gottfried Holzer-Graf an den Orgeln.

Der Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt wurde musikalisch mit der der „Missa super Dixit Maria“ von Hans-Leo Hassler (1564 in Nürnberg geboren, 1612 in Frankfurt gestorben) gestaltet. Gesangssolisten des „Cor-Os-Anima“, eines von Norbert Brandauer gegründeten Vokalensembles aus Salzburg, Musiker auf Barockposaunen, Orgelpositiv und Kontrabass waren die Ausführenden. Der Volksgesang wurde mit Gesängen aus dem Österreich-Teil des „Gotteslob“ gestaltet.

Hans-Leo Hassler war Komponist, Uhrmacher und – man höre und staune – Verfertiger von raffinierten Musikautomaten. Von einem Musikautomaten spricht man, wenn Schall oder Klang durch eine selbsttätige Bewegung des Instruments erzeugt wird. Eines der gängigsten Mittel war die Aufzeichnung einer Komposition auf einer Stiftwalze, wie sie noch heute aus Spieluhren bekannt ist. Einige Musikautomaten haben sich bis heute erhalten. Man kann sie etwa im Kunsthistorischen Museum Wien sehen.

Am Pfingstsonntag begegneten wir musikalisch dem 17-jährigen Joseph Haydn mit Teilen aus seiner sogenannten „Jugendmesse“ (Kyrie, Gloria, Sanctus, Agnus Dei). Sie wurde wahrscheinlich um 1749 komponiert, als Haydn noch Sängerknabe in Wien war. Sopransolistinnen, zwei Geigen, ein Kontrabass, die Orgel und der „Kirchenchor Mondsee“ ließen uns perfekte Einstudierung, überzeugende Interpretation und herzerfreuende Musikalität erleben.

Danke Ernst; danke Norbert; danke Gottfried, der du am Pfingstsonntag in atemberaubendem Tempo von der Orgel oben zu der Kleinorgel unten gelaufen bist und trotzdem genug „Luft“ hattest, um deine übliche Perfektion und hohe Qualität zu Gehör zu bringen; danke allen Musikern für die Gestaltung dieser Gottesdienste!

Marie-Christin de Forestier und Richard Schano