Der Zauberer im Hintergrund

Die Corona-Krise macht erfinderisch, bringt ungeahnte Fähigkeiten zu Tage: ein Interview mit Lukas Hitzl, der die wunderbaren Videos mit Pfarrer Ernst produziert.

Lukas, du bist Priesterseminarist an der Uni Innsbruck und wurdest vor einigen Wochen für ein Praktikum nach Mondsee geschickt. Wurdest geschickt? Oder konntest du dir das aussuchen?
Weil coronabedingt seit Ende März kein regulärer Unterricht stattfinden kann (ich bin im zweiten Jahr meines Studiums), wurde den Studenten freigestellt, entweder im Priesterseminar zu bleiben, nach Hause zu fahren oder in unsere Bezugspfarre zu gehen. Da ich letzten Sommer schon in der Pfarre Mondsee tätig sein durfte, habe ich wieder bei Ernst angefragt.

Du bist ziemlich zeitgleich mit dem Ausbruch von Covid-19 in Österreich und den damit verbundenen Restriktionen nach Mondsee gekommen. Plötzlich gab es keine öffentlichen Gottesdienste mehr. Nicht einmal über ein österliches Halleluja in der Basilika konnten wir in Worten und Fotos berichten. Da haben sich bei dir und Ernst so einige Ideen entwickelt. Erzähl einmal
Angefangen hat es damit, dass sich die „Anbetungsgruppe“ ein Video wünschte. Dann schlug Ernst die Aufnahme eines Gottesdienstes vor. Es folgten die Kurzvideos, Gedanken und Impulse von Ernst und unserer Pastoralassistentin Dagmar. Es hat klein begonnen, wir haben die Möglichkeiten genutzt, die wir hatten.

War das Filmen und Fotografieren schon immer dein Hobby?
Nein, überhaupt nicht, das hat sich einfach so entwickelt. Ich habe fast alles mit dem iPhone gemacht, das Filmen, den Schnitt und die Bearbeitung. Für den Schnitt und die Bearbeitung haben wir, der Herr Pfarrer und ich, uns zusammengesetzt, um ein gutes Ergebnis zu bekommen.

Aber was sind dann deine Hobbys?
Zu meinen Vorlieben gehören das Pflegen von Freundschaften und das „Arbeiten“.  Ich bin ja ausgebildeter Chemieverfahrenstechniker und freue ich mich jedes Jahr auf den Ferialjob in der Lenzing AG, wo ich in einem Team Verantwortung übernehmen darf. Ganz wichtig für mich ist, immer am Laufenden darüber zu sein, was in der Pfarre gerade passiert. Ich bin gerne in der Natur, mache Sport, spiele Gitarre.

Was hast du in Mondsee erlebt, was du für deinen zukünftigen Lebensweg mitnehmen willst? Gibt es speziell Positives? Negatives? Verbesserungsvorschläge?
Wenn man ein aufmerksamer Mensch ist, kann man von jedem Ort etwas an Erfahrung mitnehmen. Die Pfarrgemeinde Mondsee ist ungewöhnlich lebendig, aktiv, mit vielen Menschen, die sich einsetzen, mit einer Leitung, die das Leben in der Gemeinde fördert. Und sollte es einmal etwas Negatives geben, so kann ich auch daraus etwas lernen und sei es nur der richtige Umgang damit.

Fürs Interview danke ich dir und wünsche dir alles Gute für das Studium und deinen weiteren Lebensweg! 

Marie-Christin de Forestier