Andacht zum 4. Sonntag der Osterzeit

Auch heute, am 4. Sonntag der Osterzeit, lade ich wieder herzlich ein, zuhause selber zu beten.

Ich wünsche viel Freude im (gemeinsamen) Gebet, einen schönen Sonntag und eine gute Woche!

Pastoralassistentin Dagmar Pfannhofer

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Hinweise

Diese Andacht ist ein Vorschlag, den du nach deinen Vorstellungen und Bedürfnissen anpassen kannst. Die folgenden Elemente müssen nicht alle durchgemacht werden, sondern sind Anregungen, sich mit dem Schriftstellen des heutigen Sonntags auseinanderzusetzen – allein oder im Austausch in einer Gemeinschaft. Texte zu den Liedern findest du im Internet. Falls du gerne selbst singst und musizierst, kannst du die Liedvorschläge aus dem Gotteslob verwenden.

Der 4. Sonntag der Osterzeit ist auch Gebetstag für geistliche Berufungen. Deshalb bist du eingeladen, in besonderer Weise darum zu beten, dass alle Menschen die Berufung, die sie von Gott erhalten haben, entdecken und leben können.

Eröffnung

Kreuzzeichen

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Lied

GL 868: Sing mit mir ein Halleluja
oder
Wo ich auch stehe (Singe Jerusalem 377)

Hauptteil

Erste Lesung

Schrifttext: Apg 2,14a.36-41

V: Lesung aus der Apostelgeschichte.

14a Am Pfingsttag trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden:
36 Mit Gewissheit erkenne das ganze Haus Israel: Gott hat ihn zum Herrn und Christus gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.
37 Als sie das hörten, traf es sie mitten ins Herz und sie sagten zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, Brüder?
38 Petrus antwortete ihnen: Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung eurer Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
39 Denn euch und euren Kindern gilt die Verheißung und all denen in der Ferne, die der Herr, unser Gott, herbeirufen wird.
40 Mit noch vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie: Lasst euch retten aus diesem verdorbenen Geschlecht!
41 Die nun, die sein Wort annahmen, ließen sich taufen. An diesem Tag wurden ihrer Gemeinschaft etwa dreitausend Menschen hinzugefügt.

V: Wort des lebendigen Gottes.
A: Dank sei Gott.

Impulse

  1. Jeden Tag hören und sehen wir so vieles – und manchmal gibt es dann Worte, die nicht nur Plauderei sind, sondern die mitten ins Herz treffen. Das erlebt jeder ein bisschen anders: Manche merken z.B. daran, dass ihnen die Tränen kommen, dass sie Worte hören oder lesen, die mitten ins Herz treffen.
    Wann hast du das letzte Mal etwas gehört, das dich mitten ins Herz getroffen hat? Was war es? Was hat es bei dir ausgelöst?
  2. Was die Leute von Petrus hören, bleibt nicht ohne Wirkung. Es sind nicht nur rührselige Worte, sondern sie bewegen die ZuhörerInnen: „Was sollen wir tun?“, fragen sie. Petrus antwortet ganz klar: Kehrt um, lasst euch taufen, empfangt die Gabe des Heiligen Geistes – kurz gesagt: Lasst euch retten!
    Wo siehst du bei dir selbst und in der Welt, dass es die Rettung und Erlösung Gottes braucht?

Psalm

Lied: Der Herr ist mein Hirte (Johannes Hartl)
oder Psalm 23 beten

Der Psalm kann abwechselnd in zwei Gruppen gelesen werden. Beim Sternchen (*) wird jeweils eine kurze Atempause gehalten. 

Der HERR ist mein Hirt, *
nichts wird mir fehlen.

2 Er lässt mich lagern auf grünen Auen *
und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.

3 Meine Lebenskraft bringt er zurück. *
Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, getreu seinem Namen.

4 Auch wenn ich gehe im finsteren Tal, *
ich fürchte kein Unheil;

denn du bist bei mir, *
dein Stock und dein Stab, sie trösten mich.

5 Du deckst mir den Tisch *
vor den Augen meiner Feinde.

Du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, *
übervoll ist mein Becher.

6 Ja, Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang *
und heimkehren werde ich ins Haus des HERRN für lange Zeiten.

Zweite Lesung

Schrifttext: 1 Petr 2,20b-25

V: Lesung aus der Apostelgeschichte.

Geliebte,
20b wenn ihr recht handelt und trotzdem Leiden erduldet, das ist eine Gnade in den Augen Gottes.
21 Dazu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt.
22 Er hat keine Sünde begangen und in seinem Mund war keine Falschheit.
23 Als er geschmäht wurde, schmähte er nicht; als er litt, drohte er nicht, sondern überließ seine Sache dem gerechten Richter.
24 Er hat unsere Sünden mit seinem eigenen Leib auf das Holz des Kreuzes getragen, damit wir tot sind für die Sünden und leben für die Gerechtigkeit. Durch seine Wunden seid ihr geheilt.
25 Denn ihr hattet euch verirrt wie Schafe, jetzt aber habt ihr euch hingewandt zum Hirten und Hüter eurer Seelen.

V: Wort des lebendigen Gottes.
A: Dank sei Gott.

Impulse

  1. Der Verfasser des Petrusbriefes spricht davon, dass auch jemandem, der ein gutes, rechtschaffenes und gläubiges Leben führt, Leid zustoßen kann. Wir Menschen erleben das als ungerecht – in den Augen Gottes sei das jedoch eine Gnade, schreibt er.
    Wie kann Leid, das Menschen (auch dir) widerfährt, letzten Endes etwas Gutes bewirken?
  2. Hans Buob sagte einmal sinngemäß: Das Problem in unserem Leben sind nicht so sehr das Leid und die Verletzungen, die wir erfahren, sondern unsere Reaktion darauf – also die Glaubenssätze und Schutzmauern, die wir aufbauen, um in Zukunft solche leidvollen Erlebnisse von uns fernzuhalten. Diese bestimmen und blockieren uns. Beispiele dafür gibt es unzählige: Jemandem wird immer gesagt, dass er dumm ist und es sowieso zu nichts bringt, deshalb ist er stets davon getrieben, es allen anderen zeigen zu müssen und kann doch nie genug Anerkennung erfahren. Ein anderer hat als Kind Verlust erfahren und weigert sich daher, tiefe Beziehungen und Bindungen einzugehen, um nicht wieder verletzt zu werden. Ein kleines Mädchen musste immer still und brav sein und kann als erwachsene Frau aus Angst vor Ablehnung niemals ihre wahren Gefühle und Meinungen zeigen. Usw.
    In dieser Lesung lernen wir am Beispiel und Vorbild Jesu einen anderen, heilsamen Weg: Trotz Demütigung und Schmerz, verschließt sich Jesus nicht. Er wird geschmäht, verspottet, durchbohrt, verwundet, aber er hört nicht auf zu lieben und zu vertrauen, dass Gott mit ihm ist und mit ihm da durchgeht – bis zur Herrlichkeit der Auferstehung und zum ewigen Leben. Der auferstandene Jesus zeigt, dass Wunden nicht verschwinden, aber dass sie heilen – und manchmal sogar Ausgang und Quelle für ein tieferes, intensiveres, reicheres Leben sein können.
    Durch welche schmerzhaften Erfahrungen in deinem Leben bist du letztlich gewachsen und zu größerer Freude und Erfüllung gelangt? Welche Wunden sind dagegen noch nicht heil geworden? Bitte Jesus, dass er dir dafür Wege der Heilung zeigt.

Halleluja (GL 321)

Evangelium

Schrifttext: Joh 10,1-10

V: Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
A: Ehre sei dir, o Herr.

In jener Zeit sprach Jesus:
1 Amen, amen, ich sage euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.
2 Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.
3 Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus.
4 Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme.
5 Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen.
6 Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte.
7 Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen.
8 Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.
9 Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.
10 Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

V: Evangelium unseres Herrn, Jesus Christus.
A: Lob sei dir, Christus.

Impulse

  1. Wenn ihr diese Andacht zusammen feiert: Wiederholt die Worte, die euch spontan am meisten ansprechen und lasst so den Text nachklingen. Wenn du diese Andacht allein betest: Lass den Text eine Weile still auf dich wirken. Unterstreiche, was für dich im Moment am wichtigsten ist.
  2. Jesus sagt von sich selbst, dass er der gute Hirte ist.
    Welche Vorstellungen löst dieses Bild in dir aus? Wie würdest du einen guten Hirten beschreiben?
  3. Jesus sagt auch: „Ich bin die Tür“. Diese Tür führt zu Gott und damit zum Leben.
    Was verbindest du mit dem Bild der Tür? Was kann es für dein Leben bedeuten?
  4. Jesus klammert die leidvolle Realität dieser Welt nicht aus. Er sagt, dass es auch einen „Dieb“ gibt, der kommt, „um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten“. Dem Dieb stellt er sich selbst entgegen: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“
    Wann und wo erlebst du die zerstörerischen Konsequenzen des „Diebes“? Wann und wo erlebst du dagegen das „Leben in Fülle“, das Jesus verheißt?

Abschluss

Fürbitten

Die eigenen Bitten und die Bitten der Kirche und Welt dürfen zu Jesus, dem Überwinder des Todes, getragen werden.

Du sagst: Ich bin die Tür zu den Schafen. Öffne allen, die dein Evangelium heute in neue Räume tragen, einen Zugang zu den Herzen der Menschen.
Christus, höre uns. – Christus, erhöre uns.

Du rufst deine Schafe mit Namen: Lass uns aus den vielen unterschiedlichen Botschaften deine Stimme heraushören und gib uns den Mut, unserer persönlichen Berufung zu folgen.
Christus, höre uns. – Christus, erhöre uns.

Du führst deine Schafe hinaus: Hilf deiner Kirche, sich zu lösen vom Kreisen um sich selbst; geh uns voran, wenn es gilt, den Glauben zu verkünden.
Christus, höre uns. – Christus, erhöre uns.

Du sagst: Habt keine Angst! Bewahre alle, die in deinem Dienst unsicher oder müde geworden sind, vor lähmender Resignation.
Christus, höre uns. – Christus, erhöre uns.

Du schenkst Leben in Fülle: Lass es nicht an Menschen fehlen, die zur Lebendigkeit des Glaubens in Familien, Gemeinden, Klöstern und geistlichen Gemeinschaften beitragen.
Christus, höre uns. – Christus, erhöre uns.

In einer Stille dürfen wir in unseren persönlichen Anliegen und allen anderen Anliegen der Welt zu Dir beten.     STILLE
Christus, höre uns. – Christus, erhöre uns.

Wer durch dich eintritt, wird gerettet werden. Lass alle, die gestorben sind für immer bei dir geborgen sein.
Christus, höre uns. – Christus, erhöre uns.[1]

Vater Unser

Was wir am Herzen tragen, legen wir in vor Gott im Gebet, das Jesus zu beten gelehrt hat.

Segen

V: Es behüte uns und alle Menschen der dreifaltige Gott.
Er zeige uns die Wege, die er für uns gedacht hat und führe uns sicher ans Ziel unseres Lebens.
Er stärke uns und richte uns auf, er segne und schütze uns heute und in Ewigkeit.
A: Amen.

V: Bleiben wir in seinem Frieden.
A: Dank sei Gott, dem Herrn.

Lied

GL 389, 1. +3. +6. Strophe: Dass du mich einstimmen lässt in deinen Jubel, o Herr
oder
Herr, Dein Name sei erhöht (Singe Jerusalem 148)

[1] http://ignatius.de/wp-content/uploads/2020/04/Hausgottesdienst-f%C3%BCr-den-4.-Sonntag-der-Osterzeit.pdf