Andacht zum 3. Sonntag der Osterzeit

Auch heute, am 3. Sonntag der Osterzeit, laden wir wieder herzlich ein, sich zuhause Zeit zu nehmen, um alleine oder in der Hausgemeinschaft zu beten und in der Bibel zu lesen. Dafür gibt es eine Vorlage für eine Andacht mit Liedern, Gebeten, Gedanken und Fragen zum Evangelium des heutigen Sonntags. Die Andacht kann entweder ausgedruckt oder gleich hier online (mit allen Liedern) verwendet werden.

Andacht als PDF zum Ausdrucken

Hinweise

Die folgenden Elemente können, aber müssen nicht alle durchgemacht werden. Es sind Anregungen, sich mit dem Evangelium des heutigen Sonntags intensiv auseinanderzusetzen – allein oder in einer Gemeinschaft, in der man sich auch über die Fragen austauscht. Die Lieder können nur angehört oder auch mitgesungen werden. Texte dazu findet man im Internet. Es ist auch möglich, selbst zu singen und musizieren!

Eröffnung

Kreuzzeichen

Lied: Herr, ich komme zu dir

Hauptteil

Zu Beginn kann das Evangelium einmal ganz vorgelesen/durchgelesen werden.

Aber sie fingen nichts.

Schriftlesung

1 Danach offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise.
2 Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus, Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen.
3 Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.
(Joh 21,1-3)

Impulse

1. Suche nach Halt und Sicherheit

Die Jünger waren mit gänzlich unerwarteten Ereignissen konfrontiert, die ihr Leben, ihren Alltag, einfach alles, was sie drei Jahre lang gelebt haben, durcheinandergebracht haben. Obwohl ihnen Jesus bereits als Auferstandener begegnete, ist keine österliche Freude spürbar. Sie wirken eher ratlos und verzagt. Die Ungewissheit mag für sie schwer auszuhalten gewesen sein: Wie geht es nun weiter? Was bedeutet das für unser Leben? In dieser Krise suchen sie Halt und Sicherheit in Alltagstätigkeiten, in der Routine, in der Beschäftigung mit dem, was sie gut können, weil sie es früher tagein tagaus gemacht haben: fischen.

In welchen Tätigkeiten findest du im Alltag (und besonders jetzt in diesen ungewöhnlichen Zeiten) Halt und Sicherheit? Wodurch gewinnst du Anerkennung und das Gefühl, erfolgreich und nützlich zu sein?

2. Enttäuschung und Leere

Die Jünger versuchen zurück in ihren gewohnten Alltag, in ihre sichere Normalität zu finden. Aber sie sind erfolglos – und zwar die ganze Nacht lang. Es ist hilfreich, sich in diese Nacht hineinzudenken: Stunde um Stunde werfen die Jünger das Netz aus, warten, hoffen und holen es leer wieder ein. Wie oft kann man das machen? Zwanzigmal, Fünfzigmal, Hundertmal? Bis die Hände voller Blasen und blutig sind, der Rücken schmerzt, die Kleider durchnässt sind, die Kehle vom Durst brennt, der Magen vom Hunger knurrt und die Augen vor Müdigkeit zufallen wollen. Aber die Jünger halten nicht inne, denken nicht nach. Obwohl ihr Bemühen vergeblich ist, tun sie es wieder und wieder und wieder. Die ganze Nacht bleiben sie bei dieser fruchtlosen Arbeit.

Was von dem, womit du dich im Alltag beschäftigst, fühlt sich leer, vergeblich und fruchtlos an? Was tust du, weil es eben Gewohnheit und Routine ist, aber ohne dadurch Freude, Sinn und Erfüllung zu erfahren? Vielleicht spürst du leise Zweifel, aber du klammerst dich wie die Jünger an dieses bisschen Normalität: Wieder und wieder wirfst du das Netz auf der gleichen Seite aus und traust dich nicht, innezuhalten.

Lied: Meine engen Grenzen

Gebet

V: Herr Jesus Christus,
du bist der Auferstandene und lässt uns nicht allein,
auch wenn unser Leben Trauer und Dunkel kennt,
Enttäuschung und Zweifel, Mutlosigkeit und Angst, Sorge und Verwirrung.
A: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.
(GL 675,4 – Gebet 1. Absatz)

Habt ihr nichts zu essen?

Schriftlesung

4 Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.
5 Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? Sie antworteten ihm: Nein.
6 Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es.
7 Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See.
8 Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her.
(Joh 21,4-8)

Impulse

1. Die behutsame Nähe Jesu

Jesus erscheint den Jüngern nicht in außergewöhnlicher Weise. Er taucht einfach auf, erfasst die Lage der Jünger mit einem Blick und spricht sie an. Er fühlt mit ihnen, mit ihrer Müdigkeit, ihrem Frust, ihrer Enttäuschung. Kein Vorwurf, kein Spott, nur eine sachliche Feststellung. Aber es schwingt so viel mehr mit: „Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen?“, das heißt auch: „Meine Kinder, was ist passiert? Warum seid ihr so verzagt, erschöpft, entmutigt, verwirrt, ausgelaugt, müde und freudlos?“ Jesus legt den Finger in ihre Wunde, behutsam und heilsam.

Jesus sieht auch dich mit deinen Herausforderungen. Was tut er? Was sagt er zu dir?

2. Tun, was Er sagt

Jesus gibt ihnen einen seltsamen Rat: Das Netz noch einmal auswerfen, aber auf der anderen Seite des Bootes. Was ist der Unterschied? Schwimmen zwei Meter weiter plötzlich die Fische, die sich die ganze Nacht nicht haben blicken lassen? Aber die Jünger widersprechen nicht, sondern tun es. Etwas an der Art, wie Jesus mit ihnen spricht, muss sie überzeugt haben. Von außen betrachtet tun sie das Gleiche wie die ganze Nacht zuvor, aber innerlich haben sie sich geändert. Vorher haben sie gefischt, weil sie es wollten und auf ihre Art. Jetzt werfen sie das Netz aus, weil Jesus es ihnen aufträgt und auf seine Art.

Warum tust du, was du tust? Weil du es willst, weil andere es wollen, weil es sich so gehört – oder weil du auf Jesus hörst und ihm folgst? Wie seine Jünger ruft Jesus dich, nicht aus dir selbst heraus zu leben und zu handeln, sondern aus seinem Wort und seiner Kraft. Wer Jesus das erste Mal begegnet, den fragt er: Was willst du, mein Kind, dass ich dir tue? Wer Jesus nachfolgt und sein Jünger sein will, der muss ihn fragen: Was willst du, Jesus, dass ich, dein/e Jünger/in, dir tue?

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht;
denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. (Joh 15,5)

3. An den Früchten erkennen

Als die Jünger das zum Bersten gefüllte Netz sehen, erkennen sie Jesus und ihre Freude ist groß – über den guten Fang und über Jesus, ihren Herrn. Simon Petrus springt sogar ins Wasser, um noch schneller bei ihm zu sein.
Oft kann man im Vorhinein nicht mit Sicherheit sagen: Ist das der Heilige Geist? Ist das die Stimme Gottes? Ich muss vertrauen, dass Gott mich führt. Aber ich kann am Ergebnis meines Tuns erkennen, ob ich von Jesus geleitet war: Wenn ich lebendig und erfüllt bin, wenn ich die Früchte des Heiligen Geistes erfahre (Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung, vgl. Gal 5,22).

Wann fühlst du dich lebendig? Was bringt dein Herz zum Jubeln?

Lied: Ich bin bei dir

Gebet

V: Herr Jesus Christus,
du wandelst Trauer in jubelnde Freude,
Zweifel in unerschütterliches Vertrauen,
Mutlosigkeit in phantasievollen Einsatz,
Sorge in neue Zuversicht.
A: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.
(GL 675,4 – Gebet 2. Absatz)

Kommt her und esst!

Schriftlesung

9 Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot liegen.
10 Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt!
11 Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht.
12 Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war.
13 Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch.
14 Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.
(Joh 21,9-14)

Impulse

1. Alles ist bereit

Als die Jünger kommen, ist alles schon bereit, was sie sich nach einer langen, nassen und erschöpfenden Nacht wünschen: ein wärmendes Feuer und Brot und gebratener Fisch. Jesus lädt sie in seine Gegenwart ein.

Gott lädt auch dich in seine Gegenwart ein – ohne Ansprüche und Erwartungen. Er hält für dich bereit, was du brauchst und ersehnst. Was brauchst du und wünscht du dir? Womit soll Gott dein Herz und dein Leben erfüllen?

2. Das Leben vor Gott hinlegen

Jesus erwartet nicht, dass die Jünger selbst für das Essen sorgen, aber er fordert sie auf, von ihren Fischen, die sie mit seiner Hilfe gefangen haben, dazuzulegen. Wir können darin erkennen, was wir letztlich in der Eucharistie feiern: „In der Wandlung von Brot und Wein feiern wir unsere eigene Verwandlung. Unser Alltag, unsere Arbeit, unsere Gefühle und unsere Freude werden gewandelt in göttliche Freude, in göttliches Leben.“ „In den Gaben von Brot und Wein hebt der Mensch also sein Leben, seine Sorge, seine Geduld, seine Hingabe und mühsame Arbeit in Gott hinein. Eucharistie ist das Hineinhalten unserer Welt in Gott, in den Bereich, in dem sie zu ihrem wahren Wesen kommt.“ (Anselm Grün)

Was möchtest du vor Gott hinlegen? Was gibt es an Schönem und Gutem in deinem Leben, das Er dir geschenkt hat? Wo brauchst du aber auch seine Barmherzigkeit, seine Verwandlung?

Lied: Wunderbarer Hirt

Gebet

V: Herr Jesus Christus,
du glättest die Wogen der Verwirrung.
Du erhellst das Dunkel unseres Herzens.
Du tränkst die Dürre unserer Seele.
Du heilst die Wunden in unserem Leben.
A: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.
(GL 674,4 – Gebet, 3. Absatz)

Abschluss

Fürbitten

Nach jedem Gedanken soll eine kurze Stille gehalten werden. Es können auch freie Fürbitten formuliert werden. (Text nach GL 675,4 – 2. Seite)

V: Jesus, unser Erlöser: Durch die Taufe gehören wir zur Gemeinschaft deiner Kirche, und dein Leben erfüllt auch uns.
Wenn wir deine Liebe weitertragen,
A: bricht das neue Leben an.

V: Wenn Klagende ein offenes Ohr und eine stützende Hand finden,
A: bricht das neue Leben an.

V: Wenn Menschen den stummen Schrei der Mutlosen und Ausgebeuteten nicht überhören,
A: bricht das neue Leben an.

V: Wenn Unversöhnte den ersten Schritt zueinander wagen,
A: bricht das neue Leben an.

V: Wenn Menschen sich öffnen für dienen Frieden und ihn weitergeben,
A: bricht das neue Leben an.

V: Wenn durch die liebende Hand von Menschen die Barmherzigkeit Gottes erfahrbar wird,
A: bricht das neue Leben an.

V: Wenn Schwierigkeiten und Sorgen von Zuversicht überstrahlt werden,
A: bricht das neue Leben an.

V: Wenn Sterbende ihr Leben in deine Hand zurückgeben,
A: bricht das neue Leben an.

Vater Unser

Was wir am Herzen tragen, legen wir in vor Gott und in die Gemeinschaft durch das Gebet, das Jesus uns zu beten gelehrt hat.

Segensgebet

V: Der Friede des Auferstandenen wohne in uns.
Die Freude des Auferstandenen erfülle uns.
Der Segen des Auferstandenen begleite uns.
A: Amen. (nach GL 675,4 – letztes Gebet)