Die Musik der Nonnen in der Basilika

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Das MITARBEITERFEST unserer Pfarrgemeinde
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Die Musik der Nonnen in der Basilika

Fast eine Woche probten die Ausnahme-Musikerin Franziska Fleischanderl und das Barock-Ensemble „DOLCE CONFORTO“ in der Petruskapelle der Basilika St.Michael. Als „Dankeschön“ gaben sie vor 150 begeisterten Zuhörern ein einzigartiges Konzert. Mit ihrem ganz besonderen Instrument - dem Psalterium (Salterio) - musiziert die Künstlerin in diesem Sommer und Herbst bei den namhaftesten Festivals für alte Musik in ganz Europa, zusammen mit den besten Ensembles für alte Musik.



Ein Konzert der leisen Töne

Noch lange nach Konzertende bestaunten die Zuhörer dieses besondere Instrument. Die CDs mit dem Salterio, das im Barock häufig als Obligato-Instrument zum Einsatz kam, gingen weg wie die warmen Semmeln, denn die virtuosen Gesangs- und Salteriostimmen setzen hohe technische und musikalische Fertigkeiten der Interpreten voraus. Die lyrische Sopranstimme von Marie Lys mischte sich mit den Klängen von Carla Rovirosa am Barockcello, Lukas Henning mit der Erzlaute, Deniel Perer an der Truhenorgel der Basilika und Franziska Fleischanderl (Salterio und Leitung) zu einem abendlichen Erlebnis voller unterschiedlicher Klangschattierungen.

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Das Programm „Celesti Sirene“ widmete sich der Musik der Nonnen des Benediktinerinnenklosters von San Lorenzo in Apulien. Die jungen Damen meist adeliger Herkunft brachten exzellente Musikfertigkeiten mit ins Kloster. Als roter Faden zogen sich die Vertonungen der Gesänge der Trauermetten in der Karwoche durch das Konzert, ergänzt um Instrumentalstücke für Salterio und/oder Orgelpositiv. Vor diesem Hintergrund darf man die Restaurierung des Betchores der Mondseer Mönche mit Aufstellung der alten, original erhaltenen Chororgel nur sehnlichst herbeiwünschen, denn dann könnten „Celesti Sirene“ quasi am vorgesehenen liturgischen Ort inmitte des Chorgestühls musiziert werden.
Vor über zwanzig Jahren hat die Musikwissenschaft, ausgehend vom Archiv der Nonnen von S. Mauritio in Mailand, begonnen, die zahlreichen von den Chorfrauen selbst komponierten Kirchenmusik-Schätze zu heben und auf Tonträgern zu dokumentieren. Jetzt ist DOLCE CONFORTO dabei, Musik aus neapolitanischen Klöstern wiederzuerwecken. Am 11. Juli, dem Fest des hl. Benedikt, durften die Mondseer Konzertbesucher/-innen einen Eindruck davon mit nach Hause nehmen.