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IN PARADISUM

ERÖFFNUNGSKONZERT DER 30. MUSIKTAGE MONDSEE
Freitag, 31. August 2018 | Basilika St. Michae
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Für das 30-jährige Jubiläumsfestival der „Musiktage Mondsee“ (www.musiktage-mondsee.at) konzipierte die künstlerische Leitung, das Auryn Quartett, ein Programm, das um die Fixsterne Gabriel Fauré und Franz Schubert, zwei „Meister der leisen Töne“, kreist. Und so bildet auch das Requiem von Gabriel Fauré den Programm-Schwerpunkt des großen Eröffnungskonzertes am Freitag, 31. 8. um 19.30 in der Basilika St. Michael in Mondsee. Unter der Leitung von Prof. Gottfried Holzer-Graf singt die Kantorei Mondsee, begleitet vom Festivalorchester der Musiktage Mondsee. Die Gesangssolisten sind Ellen van Lier, Sopran, und Robert Holl, Bass, Godelieve Schrama ist die Harfensolistin und Matthias Lingenfelder spielt die Solo-Violine.

Der französische Komponist Gabriel Fauré (1845-1924) arbeitete schon früh als Organist. Organisten waren schlecht bezahlt, deshalb verdiente er den nötigen Lebensunterhalt auch als Chorleiter und Klavierpädagoge. Außerdem war er als glänzender Improvisator ein gern gesehener Gast in den Pariser Salons. 1882 wurde ihm als „Titularorganist“ die große Orgel der Pariser „Madeleine“, der mondänen Pariser Innenstadtkirche, anvertraut.



Fauré schrieb 1900 über sein friedvolles Requiem: „Es ist von sanftmütigem Charakter, so wie ich selbst“. Er sieht den Tod „nicht als ein schmerzliches Erlebnis, sondern als eine willkommene Befreiung, ein Streben nach dem Jenseits“. „Ich habe instinktiv versucht, dem zu entfliehen, was man allgemein für richtig und angebracht hielt. Nach all den Jahren, in denen ich Begräbnisgottesdienste auf der Orgel begleitet habe, kenne ich alles auswendig! Ich wollte etwas anderes schreiben.“


Die Erstfassung seines Requiems - seines einzigen größeren Werkes mit einem religiösen Text - besteht aus den fünf Sätzen "Introït" mit "Kyrie", "Sanctus", "Pie Jesu", "Agnus Dei" und "In Paradisum". Der 42-Jährige schrieb es in einer ersten Fassung zwischen dem Tod seines Vaters (1885) und seiner Mutter (1887) und führte es erstmals am 16. Januar 1888 in der Église de la Sainte-Marie-Madeleine in Paris auf. Nach der Aufführung machte ihm der Vikar der Madeleine klar, das Repertoire an seiner Kirche sei umfassend genug und man bräuchte sein Stück nicht. Unbeirrt setzte Fauré aber die Arbeit an seinem Requiem fort.

Faurés Requiem weicht in mehrerlei Hinsicht von der traditionellen Totenmesse ab. Das Erste, was uns auffällt, ist, dass es kein "Dies irae" gibt. Es ist dies die Reaktion eines Komponisten, der sich gegen den romantischen Aufschrei wendet, es ist aber auch der Wunsch eines wenig gläubigen Menschen, das Phänomen des Todes zu entdramatisieren. Die Trauer, die den Komponisten bewegt, vermag sich in der konventionellen Sprache der Requien nicht zu artikulieren. In der Liturgie der Kirche forscht er instinktiv nach den Worten, die ihm angemessen erscheinen, um seinem eigenen Schmerz Ausdruck zu verleihen. Nicht vom Jüngsten Gericht noch von Angst und Schrecken ist da die Rede. Fauré verzichtet auf eine dramatisierende Darstellung des „Dies irae“ und beschränkt sich auf die Vertonung von dessen letztem Vers, dem „Pie Jesu“. An die Stelle des „Dies irae“ (Tag des Zornes) tritt eine andere Verheißung, nämlich die des abschließenden „In paradisum“ aus den Exequien, die traditionell bei der Überführung des Leichnams von der Kirche zum Friedhof erklingt. Aus der religiösen Welt, in der er beruflich zu Hause ist, hat Fauré die Vorstellung übernommen, dass das Paradies ein Ort der Erquickung, des Lichts und des Friedens ist. Es ist die einzige Zukunft, die er für jene, denen er in Liebe zugetan war, in Betracht ziehen möchte. Auf diese Weise gibt er dem Wort „Requiem“ seine Grundbedeutung zurück. Es handelt sich um eine ewige Ruhe, die der Komponist mit einer ihm eigenen gefühlsmäßigen Vorstellung ausstattet.

Ellen van Lier_Sopran_(c)Musiktage Mondsee

Den „Musiktagen Mondsee“ ist es zur liebgewordenen Tradition geworden, das „Auftakt-Konzert“ in der Basilika St. Michael zu spielen. In der über 1000-jährigen Geschichte des Klosters und der Kirche in Mondsee hat die Musik immer einen hohen Stellenwert gehabt - und das bis heute: man denke nur an die zahlreichen Hochämter zu den Festtagen, die nach aufwendiger (sich immer lohnender!) Probenarbeit mit der Kantorei Mondsee und dem Orchester durch Prof. Gottfried Holzer-Graf Einheimische wie auch Gäste erfreuen, man denke auch an die von kleineren Ensembles gestalteten Messen und natürlich an die vielen Gastkonzerte.

Die Musiktage Mondsee und die Pfarre Mondsee freuen sich, Sie am 31. August bei „leisen Tönen“ von Fauré und danach mit „lautem Applaus“ für die Interpreten begrüßen zu können.

Robert Holl_Bass_(c)Musiktage Mondsee

INFO BOX

IN PARADISUM

Eröffnungskonzert der 30. Musiktage Mondsee
Freitag, 31. August 2018 | 19.30 Uhr | Basilika St. Michael – Mondsee

Gabriel FAURÉ & Franz SCHUBERT
Meister der leisen Töne


Programm:
Tantum ergo, op. 55, Gabriel Fauré
Salve Regina, D 676, Franz Schubert
Ave Maria, D 839, Franz Schubert
Requiem C-Moll, op. 48, Gabriel Fauré

Mitwirkende:
Ellen van Lier, Sopran
Robert Holl, Bass
Godelieve Schrama, Harfe
Matthias Lingenfelder, Violine
Kantorei Mondsee
Festivalorchester der Musiktage Mondsee
musikalische Leitung: Prof. Gottfried Holzer-Graf

30. MUSIKTAGE MONDSEE
31. August - 8. September 2018

Information & Karten:
Musiktage Mondsee
T. 06232 2270
E. karten@musiktage-mondsee.at
www.musiktage-mondsee.at